um 1585 – Oktober 1629
Levin von Marschalck
Vom Duell zum Kanzler – Levin von Marschalck war kein Erbsohn, aber der erste Marschalck, der an einen Königshof aufstieg. Seine Karriere führte ihn vom Bremer Domkapitel über den Landdrostposten bis zur Deutschen Kanzlei Christians IV. Die folgende Darstellung folgt der ADB 20 (1884). Kein Datum ist bisher an einer Primärurkunde geprüft.
Laut ADB 20 (1884) wurde Levin um 1585 als zweiter Sohn des Franz von Marschalck auf dem Geesthof und der Katharina von der Kuhla geboren. Die Familie gehörte zum bremischen Uradel. Levin war nicht der Erstgeborene – der Weg in höhere Ämter stand ihm nicht durch Erbe offen, sondern durch Bildung und Netzwerke.
Laut ADB immatrikulierte sich Levin 1600 an der Universität Jena. Die thüringische Hochschule war ein Zentrum der Rechtswissenschaften. Georg Mentz bestätigt den Eintrag in den Matrikelbänden (1944).
1602 – zwei Jahre nach der Immatrikulation – wurde Levin laut ADB als Kanonikus in das Bremer Domkapitel aufgenommen. 1605 erhielt er die vollen Rechte als Domherr (Canonicus emancipatus). Eine Duell-Episode 1612 (Gegner: Johann Otto von der Decken) führte zur vorübergehenden Suspension, aber auf Fürsprache des Erzbischofs wurde Levin wenig später rehabilitiert.
1607 ernannte ihn Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf zum holsteinischen Rat. 1615 folgte die Berufung zum Landdrost des Erzstifts Bremen. 1623 wurde Levin zum königlich dänischen Geheimrat ernannt. 1628 erreichte seine Karriere den Höhepunkt: Kanzler der Deutschen Kanzlei von Christian IV. 1629 verhandelte er den Frieden von Lübeck mit. Im Oktober 1629 starb er in Glückstadt.
Laut ADB heiratete Levin um 1614 Jutta von Marschalck (1585–1655). Durch die Heirat gelangte das Rittergut Hutloh in den Familienbesitz. Die Heiratsurkunde selbst ist nicht überliefert. Fünf Kinder sind bekannt, darunter Johann Friedrich (1618–1679), der es selbst zum Kanzler Norwegens brachte.
– Levin war Domherr in Bremen (ADB 20, Kirchengemeindelexikon).
– Er war Landdrost des Erzstifts Bremen (ADB 20).
– Er stand im Dienst Christians IV. (ADB 20, Dansk Biografisk Leksikon).
– Er starb 1629 in Glückstadt (ADB 20).
– Seine Söhne setzten die Familie fort (ADB 20, Wikipedia).
– Wo wurde Levin bestattet? (Glückstadt? Bremer Dom? Familienbegräbnis?)
– Wie lautete der genaue Wortlaut der Jenaer Immatrikulation? (Matrikel nicht eingesehen)
– Existieren Kapitelprotokolle zum Duell von 1612? (Staatsarchiv Bremen)
– Gibt es Korrespondenz aus der Deutschen Kanzlei? (Rigsarkivet Kopenhagen)
– War Hutloh ein Heiratsgut oder wurde es später erworben? (Dep.12 / ARL 11 NLA Stade)
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ADB 20
Alle Lebensdaten
Heiratsurkunde
Grabort
Duell-Protokoll