Die Güter im Überblick
Das Arcinsys-Portal des Niedersächsischen Landesarchivs (NLA Stade) beschreibt unter der Bestandssignatur Dep. 12 (Gutsarchiv von Saldern) den familiären Grundbesitz im Kirchspiel Hechthausen wie folgt:
„Die große Zahl der Landgüter der Familie im Kirchspiel Hechthausen (Geesthof, Hutloh, Klint I und II, Laumühlen, Ovelgönne und Wischhof) resultiert aus zahlreichen Erbteilungen."
— Arcinsys NLA Stade, Dep. 12 (Gutsarchiv von Saldern), Bestandsbeschreibung
Diese sieben Güter bilden den historischen Kern des familiären Grundbesitzes im Kirchspiel. Nicht alle sind gleich gut dokumentiert. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was derzeit bekannt ist – und wo die Forschungslücken liegen.
Quelle: Arcinsys NLA Stade, Dep. 12 (Gutsarchiv von Saldern)
1. Geesthof
| Zeitraum | Ab 1566 als Wohnsitz der Familie. 1860/1869 zu Schloss ausgebaut, 1895 abgerissen. Heute Ferien- und Campingpark Geesthof. |
| Kurzbeschreibung | Rittergut an der Oste mit Herrenhaus (später Schloss), Marstall und Park. Nach dem Abriss des Schlosses wurde der Marstall als Pächterhaus weitergenutzt. Ab 1971 zum Ferienpark entwickelt. |
| Quellenstatus | Teilweise belegt – Geesthof.de (familieneigene Darstellung), Deutsches Adelsblatt 2026, widersprüchliche Datierung |
| Verwandte Personen | Hubertus von Marschalck, Clemens von Marschalck, Ute von Marschalck |
| Verwandte Seiten | Hutloh & Kranenburg, Clemens von Marschalck |
2. Hutloh
| Zeitraum | Seit 1630 im Besitz der Familie (Erwerb durch Levin von Marschalck). Herrenhaus 1806 errichtet. Bis heute in Familienbesitz. |
| Kurzbeschreibung | Rittergut und heutiger Stammsitz der Familie. Land- und Forstwirtschaft auf rd. 600 Hektar. Denkmalgeschütztes Ensemble mit Eiskeller und Landschaftspark. |
| Quellenstatus | Gut belegt – Denkmalschutzliste, Wikipedia, Geesthof.de |
| Verwandte Personen | Levin von Marschalck, Hubertus von Marschalck, Clemens von Marschalck |
| Verwandte Seiten | Hutloh & Kranenburg, Levin von Marschalck, Clemens von Marschalck |
3. Wischhof
| Zeitraum | Im Besitz der Familie ab dem 17./18. Jahrhundert (genaue Daten ungeklärt). Älterer Marschalck-Sitz (Segebode, 1593). |
| Kurzbeschreibung | Landgut im Kirchspiel Hechthausen, urkundlich durch Arcinsys Dep. 12 belegt. Segebode von Marschalck wird 1593 als erster bekannter Wischhof-Besitzer genannt. |
| Quellenstatus | Forschungsbedarf – Genannt in Arcinsys, aber Details ungeklärt |
| Verwandte Personen | Segebode von Marschalck (1593), Jürgen von Marschalck (Erbteilung mit Johann/Ovelgönne) |
| Verwandte Seiten | Hechthausen – Region, Ovelgönne |
4. Ovelgönne
| Zeitraum | 1598–1994 (Familienbesitz), seit 1994 bei der Familie von Saldern |
| Kurzbeschreibung | Arcinsys nennt Ovelgönne eine Gründung der Familie von Marschalck. Besitzfolge: Johann → Franz → Johann → Friedrich → Johann Friedrich → Heinrich Christoph → Christian Engelbert → Friedrich Christian → Otto Christoph → Engelbert Johann → Dietrich Arnold Ludwig → Otto → Dietrich → Kurt → Gertrud → Dietrich von Saldern → Christoph von Saldern. |
| Quellenstatus | Gut belegt – Arcinsys NLA Stade Dep. 12, vollständige Besitzfolge dokumentiert (siehe unten) |
| Verwandte Personen | Siehe Besitzerfolge unten |
| Verwandte Seiten | Ovelgönne – Detailseite, Arcinsys Dep. 12 |
5. Laumühlen
| Zeitraum | Im Besitz der Familie (genaue Zeiträume ungeklärt). |
| Kurzbeschreibung | Mühlenbesitz im Kirchspiel, urkundlich durch Arcinsys Dep. 12 belegt. Die Mühle war vermutlich Teil der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Güter. |
| Quellenstatus | Forschungsbedarf – Genannt in Arcinsys, aber Details ungeklärt |
| Verwandte Personen | Noch nicht bestimmten Familienmitgliedern zugeordnet |
| Verwandte Seiten | Hechthausen – Region |
6. Klint I
| Zeitraum | Im Besitz der Familie, vermutlich ab dem 17. Jahrhundert. |
| Kurzbeschreibung | Vorwerk oder Hofstelle im Kirchspiel Hechthausen, in Arcinsys Dep. 12 als Klint I bezeichnet. Möglicherweise ein Vorwerk der Kranenburg oder ein früherer Gutshof, gegenüber der Burg auf der anderen Seite der Oste. |
| Quellenstatus | Forschungsbedarf – Genannt in Arcinsys und im Adelsblatt, aber genaue Lage ungeklärt |
| Verwandte Personen | Noch nicht bestimmten Familienmitgliedern zugeordnet |
| Verwandte Seiten | Hechthausen – Region, Hutloh & Kranenburg |
7. Klint II
| Zeitraum | Im Besitz der Familie, vermutlich ab dem 17. Jahrhundert. |
| Kurzbeschreibung | Zweite Hofstelle oder Flurbezeichnung Klint, in Arcinsys Dep. 12 als Klint II geführt. Möglicherweise eine Parzellierung oder Teilung des ursprünglichen Klint-Besitzes. |
| Quellenstatus | Forschungsbedarf – Genannt in Arcinsys, aber Unterscheidung zu Klint I ungeklärt |
| Verwandte Personen | Noch nicht bestimmten Familienmitgliedern zugeordnet |
| Verwandte Seiten | Hechthausen – Region |
Vollständige Ovelgönne-Besitzerfolge (aus Arcinsys Dep. 12)
Die folgende Liste dokumentiert alle nachgewiesenen Besitzer des Gutes Ovelgönne von der Gründung bis zum Übergang an die Familie von Saldern. Quelle: NLA Stade, Dep. 12, Gutsarchiv von Saldern zu Ovelgönne (Findbuch 2002, Dr. Christian Hoffmann).
| Name | Zeitraum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Johann von Marschalck | 1598–1618 | Gründer, erhielt Land nach Erbteilung mit Bruder Jürgen (Wischhof) |
| Franz von Marschalck | 1618–1662 | |
| Johann von Marschalck | 1662–1666 | |
| Dessen Söhne gemeinschaftlich | 1666–1671 | |
| Friedrich von Marschalck | 1671–1694 | |
| Johann Friedrich von Marschalck | 1694–1724 | ⚭ Sophie Margarethe von Düring (Bockel) |
| Heinrich Christoph von Marschalck | 1724–1753 | |
| Christian Engelbert von Marschalck | 1754–1789 | |
| Friedrich Christian von Marschalck | 1789 | Nur wenige Monate |
| Otto Christoph von Marschalck | 1789–1792 | |
| [Lücke] | 1792–1793 | Name nicht überliefert |
| Engelbert Johann von Marschalck | 1793–1845 | Präsident der provisorischen Regierung (1813–1823), erster Landdrost Stade (1823–1841) |
| Dietrich Arnold Ludwig von Marschalck | 1845–1875 | Erbauer des heutigen Herrenhauses (1860) |
| Otto von Marschalck | 1875–1908 | |
| Dietrich von Marschalck | 1908–1939 | |
| Kurt von Marschalck | 1939–vor 1945 | Letzter männlicher Vertreter der Ovelgönner Linie |
| Gertrud von Marschalck | 1945–1949 | Schwester Kurts |
| Dietrich von Saldern (⚭ Gertrud) | 1949–1994 | Übergang an Familie von Saldern |
| Christoph von Saldern | seit 1994 |
Quelle: NLA Stade, Dep. 12, Gutsarchiv von Saldern (Findbuch 2002)
Erbteilungen als Ursache
Die Arcinsys-Beschreibung macht deutlich: Die große Zahl der Landgüter im selben Kirchspiel ist kein Zufall, sondern Folge zahlreicher Erbteilungen. Im niedersächsischen Adel war das Anerbenrecht (Übergabe des Gesamtbesitzes an den erstgeborenen Sohn) nicht überall durchgesetzt. Vielerorts wurden Güter unter mehreren Erben aufgeteilt – was zu immer kleineren Parzellen führte. Die sieben Güter im Kirchspiel Hechthausen sind ein regionales Beispiel für dieses Phänomen.
Ob alle sieben Güter gleichzeitig bestanden oder ob einige nur temporär existierten, ist derzeit nicht geklärt. Ebenso unklar ist, ob zu bestimmten Zeiten Güter wieder zusammengelegt wurden.
Quellenlage
Die zentrale Quelle für die Existenz der sieben Güter ist die Bestandsbeschreibung des Gutsarchivs von Saldern (Dep. 12) im Arcinsys-Portal des NLA Stade. Die Beschreibung listet alle sieben Namen auf und ordnet sie dem Kirchspiel Hechthausen zu. Die Tiefe der Überlieferung ist für jedes Gut unterschiedlich:
- Hutloh – am besten dokumentiert (Denkmalschutzliste, journalistische Quellen)
- Geesthof – teilweise dokumentiert (Website, Adelsblatt)
- Ovelgönne – vollständige Besitzerfolge dokumentiert
- Wischhof, Laumühlen, Klint I, Klint II – nur die Namen sind belegt
Das Findbuch zu Dep. 12 ist nicht vollständig ausgewertet. Die Akten könnten zu jedem der sieben Güter weitere Informationen enthalten. Ergänzend sind das Archiv Dep. 40 (Archiv Marschalck von Bachtenbrock), das Hutloher Gutsarchiv (FA 3/1) und das Kreisarchiv Otterndorf (Nr. 62) zu nennen.
Quelle: Arcinsys NLA Stade Dep. 12 (Gutsarchiv von Saldern). Weiterer Forschungsbedarf: Findbuch Dep. 12 auswerten, Dep. 40 identifizieren.